Ernährung bei COPD

 

Was hat eine Lungenerkrankung wie COPD (= chronisch obstruktive Lungenerkrankung) mit deiner Ernährung zu tun? Sehr viel! Dein Ernährungszustand beeinflusst auch die Lungenfunktion und kann somit Symptome wie Atemnot oder körperliche Schwäche lindern. Bei vielen COPD-Patienten tritt im Laufe der Erkrankung eine Mangelernährung auf, die sich auf den Krankheitsverlauf negativ auswirkt.

Melissa Millonig

12.01.2021

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Über- und Untergewicht vermeiden

Sowohl Übergewicht als auch Untergewicht wirken sich bei COPD negativ aus. Ist dein Gewicht zu hoch, haben Lunge und Zwerchfell weniger Platz und das Atmen wird schwieriger. Untergewicht geht mit einer allgemeinen körperlichen Schwäche einher und ist ein Signal, dass dein Körper zu wenig Nährstoffe und Energie bekommt.

 

Baustein für die Muskulatur: Eiweiß

Ist das Atmen erschwert, benötigt dein Körper mehr Energie dafür. Steht dies nicht über die Nahrung bereit, werden die Muskeln abgebaut. Dies kann bereits im Frühstadium unbemerkt passieren. Gute Eiweißquellen für deine Muskeln sind Milchprodukte, mageres Fleisch/Schinken, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erbsen, Soja,…). Besonders sinnvoll sind Kombinationen aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß: Getreideprodukte mit Milchprodukten, Kartoffeln und Eier, Kartoffeln mit Milchprodukten,…

 

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Entzündungsprozesse hemmen

Bei COPD tritt eine chronische Entzündung der Atemwege auf. Omega-3-Fette wirken antientzündlich und sollen daher im Speiseplan von COPD-Patienten nicht fehlen. Gute Omega-3-Quellen sind fettreiche Meeresfische wie z.B. Lachs, Makrele, Hering, Thunfisch, usw. und pflanzliche Öle. Bei den Ölen sind Leinöl, Leindotteröl, Rapsöl, Hanföl und Weizenkeimöl sehr empfehlenswert.

 

Viel trinken gegen Verschleimungen

Wird vermehrt Schleim gebildet, ist die Funktion der Lunge zusätzlich beeinträchtigt. Der Schleim kann bei einer ausreichenden Flüssigkeitsversorgung besser gelöst und abgehustet werden. Trinke idealerweise ungesüßte und antialkoholische Getränke über den Tag verteilt.

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Zusammengefasst bedeutet das für dich:

 

  • Baue hochwertige Eiweißquellen bei jeder Mahlzeit ein

  • Omega-3-reiche Lebensmittel regelmäßig verzehren

  • Vitamin- und mineralstoffreich essen: täglich frisches Obst und Gemüse

  • Achte auf eine ausreichende Trinkmenge von min. 1,5 – 2 l pro Tag

  • Bei Cortisontherapie: calciumreiche Lebensmittel einbauen und Vitamin-D-Versorgung sicherstellen

Bei Übergewicht beachte zusätzlich Folgendes:

  • Reduziere dein Gewicht langsam und betreibe zusätzlich Sport, um die Muskeln zu erhalten

  • Vermeide Lebensmittel, die sehr reich an Fett und Zucker sind

  • Achte auf deine Portionsgrößen und baue als Beilagen vermehrt Gemüse und Salate ein

 

 

Bei Untergewicht beachte zusätzlich Folgendes:

  • Baue pro Tag 5-6 kleinere Mahlzeiten ein und achte darauf, dass jede Mahlzeit eine Eiweißquelle enthält

  • Gestalte deine Mahlzeiten kalorienreich: Verfeinere Speisen mit hochwertigen Ölen, Sauerrahm, Käse oder ähnlichem. Bei Rezepten mit Milch kann ein Teil der Milch durch Schlagobers ersetzt werden.

  • Hast du in kurzer Zeit viel Gewicht verloren, lohnt sich der Einsatz von speziellen eiweißreichen Trinknahrungen.

Falls du noch weitere Informationen zu diesem Thema benötigst und wissen möchtest, wie sich die Empfehlungen in deinen individuellen Alltag umsetzen lassen, freue ich mich auf ein Beratungsgespräch mit dir (persönlich oder online)!

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Hier geht's zum passenden Rezept zum Nachkochen:

Wildlachsfilet mit Erdäpfel-Kürbis-Püree und geschmortem Fenchel